
Herrenberg und Nagold sind historische Mittelstädte mit attraktiven Innenstädten, reizvollen Landschaftsräumen und einer wichtigen Funktion für ihr Umland. Dennoch setzen beide Städte unterschiedliche Schwerpunkte.
Herrenberg profitiert von seiner Nähe zur Region Stuttgart und seiner direkten S-Bahn-Anbindung. Die Stadt ist ein gefragter Wohn- und Wirtschaftsstandort mit einer gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt, dem Schlossberg und der Stiftskirche. Gleichzeitig belasten hoher Durchgangsverkehr, steigende Wohnkosten und Leerstände in der Innenstadt die weitere Entwicklung.
Nagold ist kleiner, tritt aber stärker als eigenständiges regionales Zentrum auf. Die Stadt verbindet Fachwerkhäuser, historische Bauwerke, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Veranstaltungen und die Lage an der Nagold zu einem attraktiven Innenstadt- und Einkaufserlebnis. Kurze Wege und eine kundenfreundliche Erreichbarkeit unterstützen dieses Konzept.
Herrenberg sollte seine Innenstadt stärker als zusammenhängendes Erlebnis aus Handel, Gastronomie, Kultur und Stadtgeschichte entwickeln. Gemeinsames Marketing, ein aktives Leerstandsmanagement und eine bessere Verbindung zwischen Bahnhof, Altstadt und den übrigen Innenstadtbereichen können dazu beitragen.
Dabei muss Herrenberg Nagold nicht kopieren. Die Stadt besitzt eigene Vorteile: ihre Nähe zu Stuttgart, die S-Bahn-Anbindung, die historische Altstadt und die landschaftliche Lage am Schönbuch. Entscheidend ist, diese Stärken besser miteinander zu verbinden und den Durchgangsverkehr zu reduzieren.