
Nagold - Vorbild für Herrenberg.
Herrenberg braucht vor allem keine isolierten Einzelmaßnahmen, sondern eine abgestimmte Gesamtstrategie.
Weniger Durchgangsverkehr
Der motorisierte Verkehr prägt viele Bereiche der Kernstadt. Eine Entlastung der Innenstadt würde nicht nur die Aufenthaltsqualität verbessern, sondern auch bessere Bedingungen für Fußgänger, Radfahrer, Gastronomie und Einzelhandel schaffen.
Eine lebendige Innenstadt
Die Altstadt sollte wieder stärker als Ort zum Wohnen, Einkaufen, Arbeiten, Verweilen und Begegnen wahrgenommen werden. Dazu gehören attraktive Plätze und Wege ebenso wie eine ausgewogene Mischung aus Geschäften, Dienstleistungen, Gastronomie, Kultur und Wohnangeboten.
Neue Perspektiven für Leerstände
Leerstehende Wohnungen und Ladenlokale sollten schneller wieder genutzt werden. Flexible Nutzungskonzepte, eine aktive Vermittlung von Räumen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Eigentümern, Verwaltung, Handel und Stadtgesellschaft können dazu beitragen.
Einen zeitgemäßen Umgang mit dem historischen Erbe
Der Schutz der historischen Bausubstanz ist eine wichtige Stärke Herrenbergs. Zugleich müssen Barrierefreiheit, energetische Sanierung, moderne Wohnansprüche und wirtschaftlich tragfähige Nutzungen möglich bleiben. Denkmalschutz und Stadtentwicklung sollten deshalb nicht als Gegensätze verstanden werden.
Eine bessere Verbindung der Innenstadtbereiche
Handel, Parkmöglichkeiten und Dienstleistungen konzentrieren sich teilweise im Norden der Kernstadt. Der Süden und Osten müssen stärker einbezogen werden. Ziel sollte eine Innenstadt sein, deren Teilbereiche gut miteinander verbunden sind und gemeinsam funktionieren.
Städte, denen es gut geht, haben den Verkehr radikal aus der Innenstadt verbannt.
Trotzdem geht es dem Handel dort besser.
Sie haben in ihren Innenstädten keine Leerstände, weder bei Läden noch Wohnungen.
Sie haben unmittelbar an ihren Altstädten und nicht im Gewerbegebiet neue Einkaufsstätten mit inspirierend moderner Architektur angelegt.
Städte, denen es gut geht, sind gepflegt, gut erhalten, haben ausgezeichnete Gaststätten und überraschend moderne Architektur.
Ihre Altstädte dienen heute Kultur und Freizeit mit passenden Nutzungs- und Ladenkonzepten. Alle angesagten Marken finden sich in dem neuen Einkaufszentrum direkt vor der Altstadt.
Die höher gelegenen Gründungen gehören heute kulturellen Nutzungen und der tiefer liegende Teil dem modernen Handel, der dort gewandelten Kaufgewohnheiten folgt.
Diese Städte haben ihr Entwicklungsziel von 40 000 Einwohnern erreicht. Eine bedeutsame Marke, die der Stadtentwicklung erkennbar hilft. Wie sehr eine Stadt leidet, die seit 30 Jahren nicht mehr wächst, zeigt Rottweil. (Lesen Sie hier unsere Klarstellung zum Reizthema Wachstum!)
Herrenberg liegt wirtschaftlich und kulturell am Rande des Agglomerationsraums Stuttgart. Es könnte die Wahl haben, sich zentrifugal oder zentripetal dazu zu verhalten.
Städte, denen es gut geht, verstehen ihre Altstädte als kulturhistorisches Erbe und Schutz befohlenes Denkmal. Darin zählt das Kulturgut mehr als das private Eigentum.
Das gilt es zu verstehen, daraus zu lernen und es noch besser zu machen.
Dazu in der Bibliothek: A - Herrenberg, eine Gründung des Weines wegen (PDF, 21.6.2026)